#bockaufzusage - Der Lebenslauf

Tipps und Tricks für einen aussagekräftigen Lebenslauf

 

Hallo liebe Leser, Follower und Interessierte,
 
heute ist es soweit, wir starten eine Mini-Serie für aussagekräftige Bewerbungsunterlagen unter dem Motto #bockaufzusage.
Viele Jobsuchende zerbrechen sich täglich den Kopf darüber, wie soll ich meine Bewerbungsunterlagen zusammenstellen, worauf soll ich achten, was kommt zuerst und wer liest überhaupt alles, was ich mühselig zusammengeschrieben habe? Wir wollen zum einen Aufklärung leisten und zum anderen einfache und pragmatische Tipps geben.

Starten wollen wir heute mit dem aus unserer Sicht zentralen Bewerbungsdokument, dem Lebens-lauf. „Der Lebenslauf spielt eine große Rolle bei Bewerbungen“ findet Diplom-Psychologe Harald Müller von Provadis, in seiner Rolle verantwortlich für die Konzeption von Traineeprogrammen für Nachwuchsführungskräfte und das Aufsetzen und Durchführen von Assessment Centern. „Der Lebenslauf zeigt nicht nur den Werdegang und die Stationen, sondern gibt auch eine erste Aussage zu Zielorientierung, Leistungsmotivation, Internationalität und Branchenerfahrung“ so Müller weiter.

Oftmals ist man über eigene Gestaltungsversuche geneigt den Fokus auf das Wesentliche von Lebensläufen zu verlieren und das Resultat ist ein grafisch hervorragend aufgearbeitetes Dokument ohne konkreten Inhalt. „Der Lebenslauf sollte nicht nur aus Überschriften bestehen“ erläutert Mül-ler im weiteren Verlauf des Interviews. In seiner jahrelangen Erfahrung als diplomierter Psychologe hat er schon viel gesehen und kann daher auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Laut ihm sollen auch stellenspezifische Punkte hervorgehoben werden, die bspw. in einem betrieblichen Praktikum ausgeübt wurden. Ein Praxisfall: In einer ausgeschriebenen Stelle geht es um einen IT Security Job und Sie haben bereits Erfahrung während einer Werkstudententätigkeit sammeln können. Dies sollte sich so detailliert wie möglich im Lebenslauf wieder finden. „Der jeweilige Recruiter hat dann schon mal ein Indiz, ob gewisse erforderlich Kenntnisse bereits vorliegen“ führt Müller weiter fort.

Mit Grafiken sollte man vorsichtig, aber nicht weniger wirksam, umgehen. Herr Müller sagt, dass „grafisch dargestellte Erfüllungsgrade von einzelnen Qualifikationen und Angaben zu ausge-prägten Persönlichkeitseigenschaften den Unterschied zwischen normalen und TOP Lebensläufen ausmachen können.
 
Ich habe Harald Müller auch gefragt, wie er zur Benennung von Referenzkontakten im Lebenslauf steht. Wir sehen diese Kontakte schließlich auch häufig in vielen uns vorliegenden Dokumenten. Die für viele von Ihnen möglicherweise ernüchternde Zusammenfassung von Herrn Müller dazu: „Auf die Benennung von Referenzen sollte man in Lebensläufen eher verzichten.“ Eine bessere Alternative und sozusagen ein Geheimtipp seien sog. Referenzschreiben. Das ist zwar nicht direkt ein Tipp für den Lebenslauf, aber die ideale Abrundung. Der Mehrwert von Referenzschreiben liegt im Ver-gleich zu Arbeitszeugnissen darin, dass keine arbeitsrechtlichen Verklausulierungen stattfinden, klärt Müller auf. Zudem hat ein Referenzkontakt mit solch einem Schreiben quasi eine Bürgschaft für den Kandidaten aufgenommen.
 
Aber wie kann das theoretische Wissen in die Praxis umgesetzt werden? Steckt der Teufel etwa im Detail? Aus unserer Sicht nicht. Mittlerweile gibt viele Hilfen im Internet für Lebenslaufgestaltungen zu finden. Ein sehr schönes Tool bietet die Seite www.lebenslauf.com, ein Service von Xing. Wenn man parallel in seinem Profil angemeldet ist, zieht sich die Seite automatisch die in Xing hinterlegten Profildaten. Dabei wird die heutzutage übliche Reihenfolge von neu zu alt eingehalten. Man kann eigentlich nichts falsch machen.
Für uns gilt, je ausführlicher der Lebenslauf, umso so aussagekräftiger ist er. Vor allem die letzten Stationen bzw. die Stationen, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind, sollen gut, gern auch stichpunktartig, beschrieben werden.
Eine Randbemerkung zum Schluss zum Thema Digitalisierung im Recruiting Prozess: Wir wollen Sie kennenlernen und dies nicht einer Maschine überlassen. In unserem Fall zählt Ihre Persönlichkeit am meisten.  

Auf Bilder können sie im Übrigen gern verzichten, ein freundliches Lächeln kann allerdings nie schaden. Also kurz und knapp zusammengefasst:

 

  • Füllen Sie Ihre Überschriften bzw. Stationen mit stellenspezifischen Inhalten, gern als Bulletpoints mit Fließtext.
  • Nehmen Sie sich im Vorfeld Zeit beim Erstellen und greifen Sie gern auf Hilfen bei der Gestaltung zurück.
  • Nennen Sie die aktuellsten Stationen immer an erster Stelle.
  • Fragen Sie nach Referenzschreiben ehemaliger Arbeitgeber.

 

Das gesamte Interview zwischen Herrn Müller und mir finden Sie hier.


Freuen Sie sich am 11.07.2019 auf einen neuen Artikel unserer Mini-Serie zum Thema "Anschreiben". Bleiben Sie uns treu und folgen Sie uns auf LinkedIn oder auf Instagram oder dem Hashtag #keinbockaufzeitarbeit.

 

Ihr Timo Neumann
Leiter HR Business Operations Provadis Professionals